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Eingliederungshilfe & Teilhabe

Heilerziehungspflege

Heilerziehungspflege ist eine eigene Ausbildung mit staatlicher Anerkennung: Begleitung von Menschen mit Behinderung in Wohnen, Arbeit und Alltag – der größte Bereich dieses Portals.

103 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Heilerziehungspflege verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.100 € 3.400 € 3.700 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 3.850 € 4.200 € 46.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.300 € 4.700 € 51.600 €

Gerundete Orientierungswerte und keine Auswertung der Anzeigen: Gehaltsangaben führt die Datenquelle dieses Portals nicht. Entscheidend sind die Tarifbindung des Trägers – öffentlicher Dienst, kirchliche Arbeitsvertragsrichtlinien oder ein Haustarif –, das Bundesland und der Anteil der Zuschläge, die in diesem Feld stärker zu Buche schlagen als in der Kita: Schicht, Nacht, Wochenende, Feiertag und Rufbereitschaft. In Wohnformen mit Nachtdienst liegt das tatsächliche Monatsentgelt deshalb regelmäßig über dem Tabellenwert.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht die Heilerziehungspflege?

Sie begleitet Menschen mit Behinderung im Alltag, und zwar über Jahre und in allen Lebensbereichen. Das ist der doppelte Kern des Berufs: Pädagogik und Pflege in einer Person. Zur Arbeit gehören Assistenz beim Wohnen, bei Hygiene und Ernährung, Begleitung zur Arbeit oder zur Werkstatt, Freizeitgestaltung, Förderung von Fähigkeiten und Selbstständigkeit, Medikamentengabe nach Anordnung, Dokumentation und die Zusammenarbeit mit Ärzten, Therapeuten, Angehörigen und rechtlichen Betreuern.

Der Anspruch, den das Feld an sich selbst stellt, heißt Teilhabe: Die Person entscheidet, die Fachkraft unterstützt. In der Praxis bedeutet das, den eigenen Impuls zurückzunehmen und Wege zu suchen, auf denen jemand selbst handeln kann – auch wenn es länger dauert und mehr Kraft kostet.

Rechtlich steht dahinter die Eingliederungshilfe, und die wurde mit dem Bundesteilhabegesetz umgebaut: Das Gesetz trat in vier Stufen ab dem 25. Juli 2017 in Kraft, die Eingliederungshilfe wanderte aus dem SGB XII in das SGB IX, Teil 2, und ab 2020 sind Fachleistungen von den existenzsichernden Leistungen getrennt. Für die Arbeit heißt das mehr Personenzentrierung, mehr Teilhabeplanung und deutlich mehr Dokumentation.

Wie wird man Heilerziehungspflegerin?

Über eine eigene Ausbildung – nicht über die Erzieherausbildung und nicht über die Pflege. Sie läuft an Fachschulen oder Berufsakademien und dauert je nach Land und Form zwischen drei und fünf Jahren, vollzeitschulisch oder praxisintegriert. Verlangt werden in der Regel ein Realschulabschluss oder ein gleichwertiger Abschluss und dazu eine mindestens zweijährige Berufsausbildung oder nachgewiesene Praxis in einem sozialen Arbeitsfeld.

Am Ende steht die Bezeichnung „staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin“ beziehungsweise „staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger“. Dieser Abschluss gilt in den Ländern regelmäßig als pädagogische Fachkraft – auch in der Kita, was viele nicht wissen und was den Wechsel zwischen den Feldern öffnet.

Was der Beruf verlangt

Körperliche Arbeit, und mehr davon als in der Kita: Heben, Lagern, Transfers, Begleitung bei der Pflege. Dazu Schichtdienst mit Frühdienst, Spätdienst, Wochenende und in Wohneinrichtungen Nachtdienst oder Nachtbereitschaft.

Seelisch verlangt der Beruf zwei Dinge gleichzeitig: Nähe über Jahre und die Fähigkeit, sich abzugrenzen. Herausforderndes Verhalten, Aggression, Krisen und Sterbebegleitung gehören dazu. Wer hier arbeitet, braucht ein Team, das darüber spricht, und Supervision, die tatsächlich stattfindet. Dass beides fehlt, ist der häufigste Grund für Ausstiege – nicht die Arbeit mit den Menschen selbst.

Fachlich verlangt der Beruf außerdem Sorgfalt bei Medikamenten und Dokumentation: Was nicht aufgeschrieben ist, gilt im Streitfall als nicht geschehen.

Aussichten

Dies ist der größte Berufsbereich dieses Portals, und die Nachfrage ist strukturell: Der Personalbedarf in der Eingliederungshilfe wächst, während die Zahl der Absolventen dahinter zurückbleibt. Wer den Abschluss hat, kann fast überall arbeiten und zwischen Wohnen, Werkstatt, Schule und Frühförderung wechseln. Weiter geht es über die Fachschulweiterbildung zur Heilpädagogik, über Praxisanleitung, Wohngruppen- oder Bereichsleitung oder über ein Studium.

Aufgaben

  • Menschen mit Behinderung im Wohnalltag assistieren
  • Fähigkeiten und Selbstständigkeit gezielt fördern
  • Bei Hygiene, Ernährung und Mobilität unterstützen
  • Medikamente nach Anordnung geben und dokumentieren
  • An Teilhabe- und Hilfeplanung mitwirken
  • Freizeit, Bildung und Arbeitswege begleiten
  • Mit Ärzten, Therapeuten und Angehörigen abstimmen
  • Krisen und herausforderndes Verhalten begleiten

Voraussetzungen

  • Staatliche Anerkennung in der Heilerziehungspflege
  • Realschulabschluss und Erstausbildung oder Praxiszeit
  • Erweitertes Führungszeugnis und Masernschutznachweis
  • Körperliche Belastbarkeit für Transfers und Pflege
  • Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Nachtdienst
  • Fähigkeit zur Abgrenzung bei Nähe über Jahre

Wo man arbeitet

  • Wohnheime und besondere Wohnformen der Eingliederungshilfe
  • Ambulant betreutes Wohnen und Assistenzdienste
  • Werkstätten für Menschen mit Behinderungen
  • Förderschulen und schulische Begleitung
  • Frühförderung und familienunterstützende Dienste

Der Weg in den Beruf

Die Heilerziehungspflege hat eine eigene Ausbildung an Fachschulen und Berufsakademien; sie ist Landesrecht und dauert je nach Land und Form drei bis fünf Jahre, vollzeitschulisch oder praxisintegriert. Verlangt werden in der Regel ein Realschulabschluss oder ein gleichwertiger Abschluss sowie eine mindestens zweijährige Berufsausbildung oder nachgewiesene Praxis in einem sozialen Arbeitsfeld. Der Abschluss lautet „staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin“ beziehungsweise „staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger“ und gilt in den Ländern regelmäßig als pädagogische Fachkraft, auch für die Arbeit in der Kita.

Offene Stellen als Heilerziehungspflege

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