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Frühe Bildung & Kita

Erzieher

Erzieherinnen und Erzieher arbeiten mit staatlicher Anerkennung in Krippe, Kindergarten, Hort, Wohngruppe und Förderschule – ausgebildet nicht im Betrieb, sondern an der Fachschule für Sozialpädagogik.

118 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Erzieher verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.100 € 3.400 € 3.700 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 3.850 € 4.200 € 46.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.250 € 4.600 € 51.000 €

Die Werte sind gerundete Orientierungswerte und keine Auswertung der Anzeigen dieses Portals: Die Stellenanzeigen im Bestand führen keine Gehaltsangaben. Den größten Unterschied macht die Tarifbindung des Trägers – öffentlicher Dienst nach TVöD, kirchliche Träger nach eigenen Arbeitsvertragsrichtlinien, freie Träger teils ohne Bindung. Dazu kommen das Bundesland, die Größe der Einrichtung, anerkannte Vorerfahrung und Zuschläge für Schicht- und Wochenenddienst. Eine Stufenanrechnung von Vorzeiten wirkt dabei oft stärker als jede Verhandlung.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Erzieherin, was macht ein Erzieher?

Sie begleiten Kinder und Jugendliche über längere Zeit und tragen dabei Verantwortung für eine Gruppe. Der Tag besteht aus Beobachten, Anregen, Begleiten und Aushalten: Bildungsangebote vorbereiten und durchführen, Sprache, Bewegung, Musik und Naturerfahrung in den Alltag einbauen, Konflikte zwischen Kindern begleiten statt sie zu entscheiden, Mahlzeiten, Ruhezeiten und Übergänge gestalten.

Dazu kommt die Arbeit, die Außenstehende unterschätzen. Beobachtungen werden dokumentiert, Entwicklungsgespräche mit Eltern vorbereitet und geführt, Bildungsdokumentationen angelegt, das Team stimmt sich ab, und mit Frühförderung, Schule und Jugendamt wird zusammengearbeitet. Wer in einer Wohngruppe arbeitet, übernimmt zusätzlich Alltagsbegleitung über den ganzen Tag, Mitwirkung an der Hilfeplanung und Krisensituationen.

Das Arbeitsfeld ist breiter als sein Ruf. Die Ausbildung qualifiziert nicht für die Kita, sondern für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen: Krippe, Kindergarten, Hort und Ganztag, Wohn- und Tagesgruppen der Jugendhilfe, Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Förderschulen.

Wie wird man Erzieherin oder Erzieher?

Über die Fachschule für Sozialpädagogik – in Bayern Fachakademie, in anderen Ländern Berufskolleg oder Berufsfachschule für Sozialwesen. Diese Ausbildung ist Landesrecht und keine duale Ausbildung nach Bundesrecht; ihre Dauer liegt je nach Land und Vorbildung zwischen zwei und fünf Jahren.

Verbreitet sind zwei Bauformen. Die schulische setzt den Unterricht nach vorn und schließt mit einem vergüteten Berufspraktikum ab, das häufig Anerkennungsjahr heißt. Die praxisintegrierte Form, meist PiA genannt, läuft von Anfang an in zwei Strängen: Anstellung in einer Einrichtung mit Vergütung über die ganze Zeit, Schule parallel dazu.

Zugang haben in den meisten Ländern Bewerber mit mittlerem Schulabschluss und abgeschlossener Berufsausbildung. Einige Länder verlangen ausdrücklich eine einschlägige Vorbildung als Kinderpflege oder sozialpädagogische Assistenz, andere lassen Abitur mit Vorpraktikum genügen. Am Ende steht die staatliche Anerkennung, und die wird von allen Ländern anerkannt.

Was der Beruf verlangt

Beziehungsfähigkeit über Monate und Jahre – und die Fähigkeit, dabei nicht in jede Stimmung mitzugehen. Dazu Geduld, Beobachtungsgabe, Sprache und eine Belastbarkeit, über die zu selten gesprochen wird: Arbeiten auf Kinderhöhe, dauerhafte Geräuschkulisse, Infektionen im ersten Winter, in Wohngruppen Schicht-, Nacht- und Wochenenddienst. Dazu Sprache in zwei Richtungen: mit Kindern verständlich, mit Eltern präzise – auch dann, wenn eine Auskunft unangenehm ist.

Der Personalmangel ist in diesem Beruf keine abstrakte Größe, sondern der Grund, aus dem Gruppen zusammengelegt werden und Ausfälle die Anwesenden treffen. Wer einsteigt, sollte damit rechnen und im Vorstellungsgespräch danach fragen.

Aussichten

Der Abschluss ist bundesweit gefragt, und zwar über die Kita hinaus. Wer wechseln will, wechselt meist innerhalb des Feldes: in die Jugendhilfe, in die Eingliederungshilfe, in die Schulbegleitung, über eine Fachschulweiterbildung in die Heilpädagogik oder über ein Studium in die Sozialpädagogik. Die Leitung einer Einrichtung ist der naheliegende, aber nicht der einzige Weg nach oben.

Aufgaben

  • Bildungsangebote für eine Gruppe planen und durchführen
  • Entwicklung beobachten und nachvollziehbar dokumentieren
  • Entwicklungsgespräche mit Eltern vorbereiten und führen
  • Übergänge, Mahlzeiten und Ruhezeiten im Alltag gestalten
  • Konflikte in der Gruppe begleiten und Regeln aushandeln
  • Im Team abstimmen und Auszubildende anleiten
  • Mit Frühförderung, Schule und Jugendamt zusammenarbeiten
  • In Wohngruppen Alltag im Schichtdienst begleiten

Voraussetzungen

  • Staatliche Anerkennung als Erzieherin oder Erzieher
  • Mittlerer Schulabschluss und in der Regel eine Erstausbildung
  • Erweitertes Führungszeugnis und Masernschutznachweis
  • Geduld und Ausdauer in Beziehungen über lange Zeit
  • Belastbarkeit bei Lärm, Infektionen und Personalausfall
  • Bereitschaft zu Schicht- und Wochenenddienst in Wohngruppen

Wo man arbeitet

  • Kindertagesstätten, Krippen und Kindergärten
  • Horte, Ganztagsschulen und Schulkindbetreuung
  • Wohn- und Tagesgruppen der Kinder- und Jugendhilfe
  • Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  • Förder- und Sonderpädagogische Bildungszentren

Der Weg in den Beruf

Die Ausbildung läuft an der Fachschule für Sozialpädagogik, in Bayern an der Fachakademie, in anderen Ländern am Berufskolleg oder an der Berufsfachschule für Sozialwesen. Sie ist Landesrecht: Dauer, Zugang und Aufbau unterscheiden sich erheblich und liegen je nach Land und Vorbildung zwischen zwei und fünf Jahren. Die schulische Form endet mit einem vergüteten Berufspraktikum, dem Anerkennungsjahr; die praxisintegrierte Form läuft von Anfang an mit Ausbildungsvertrag und Vergütung parallel zur Schule. Abgeschlossen wird nicht mit einem Zeugnis allein, sondern mit der staatlichen Anerkennung.

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