Kindheitspädagogik
Kindheitspädagogik ist der akademische Weg in die frühe Bildung: Bachelor, staatliche Anerkennung, und die ständige Verwechslung mit der Erzieherausbildung.
59 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kindheitspädagogik verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.200 € | 3.550 € | 3.900 € | 42.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.650 € | 4.000 € | 4.400 € | 48.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.050 € | 4.450 € | 4.900 € | 53.400 € |
Gerundete Orientierungswerte. Die Anzeigen dieses Portals führen keine Gehaltsangaben, die Datenquelle hat dafür keine Spalte. Der Bachelor allein verschiebt die Eingruppierung in der Kita oft nur wenig gegenüber dem Fachschulabschluss; deutlich wirken dagegen Aufgaben jenseits der Gruppe – Fachberatung, Qualitätsentwicklung, Leitung – sowie Tarifbindung des Trägers und Bundesland. Ob der Bachelor eine höhere Stufe trägt, steht im Arbeitsvertrag und nicht in der Studienordnung; klären Sie es vor der Zusage.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Kindheitspädagogin?
In den meisten Fällen dasselbe wie eine Erzieherin – und das ist die erste Auskunft, die man braucht, bevor man sich für dieses Studium entscheidet. Absolventinnen und Absolventen arbeiten als Fachkraft in Kita und Krippe, in Ganztagsangeboten, in der Frühförderung, in der Familienbildung und in Beratungsstellen.
Der Unterschied liegt weniger im Alltag als in der Rolle, die sich daraus entwickeln lässt. Das Studium bereitet stärker auf Aufgaben vor, die über die Gruppe hinausgehen: Konzeptionsentwicklung, Qualitätsentwicklung, Praxisanleitung, Fachberatung, Leitung, Elternbildung, Projekte mit Hochschulen und Trägern. Wer diese Aufgaben sucht, findet im Studium den kürzeren Weg dorthin.
Ein dritter Teil des Berufsbildes wird selten genannt und ist doch verbreitet: Kindheitspädagoginnen arbeiten in der Fachberatung von Trägern und in der Ausbildung – an Fachschulen, in Fort- und Weiterbildung, in Modellprojekten der Länder.
Wie wird man Kindheitspädagogin?
Über ein Bachelorstudium an einer Hochschule, meist als Bachelor of Arts, in Vollzeit, dual oder berufsbegleitend. Die Studiengänge sind jung: Ein Qualifikationsrahmen der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung im Kindesalter kam 2009, und die Jugend- und Familienministerkonferenz empfahl den Hochschulen 2011 die Berufsbezeichnung, woraufhin sie sich durchsetzte.
Der Abschluss heißt „Staatlich anerkannte Kindheitspädagogin“ beziehungsweise „Staatlich anerkannter Kindheitspädagoge“. Wichtig dabei: Die staatliche Anerkennung steckt nicht automatisch im Bachelor, sondern kommt aus dem Studiengang selbst oder aus einem anschließenden Verfahren des Landes. Wer sich für einen Studienort entscheidet, sollte das vorher prüfen – ohne Anerkennung ist die Fachkraftfrage in den Ländern nicht zuverlässig geklärt.
Und hier liegt die Verwechslung, die diesem Studium ständig anhängt: Fachschule und Hochschule sind zwei verschiedene Systeme. Die Fachschule gehört zur beruflichen Bildung und führt zu einer geschützten Berufsbezeichnung, aber zu keinem akademischen Grad. Das Studium führt zum Bachelor. Auf dieselben Stellen bewerben sich beide.
Was der Beruf verlangt
Die Bereitschaft, akademische Ausbildung und Gruppenalltag zusammenzubringen. Wer nach dem Studium in die Kita geht, arbeitet neben Kolleginnen mit Fachschulabschluss, verdient in vielen Häusern nicht deutlich mehr und trifft auf Teams, die akademische Zugänge unterschiedlich aufnehmen. Das ist der häufigste Grund für Enttäuschung in den ersten Monaten und kein Grund gegen den Weg – man sollte es nur vorher wissen.
Dazu die Belastungen des Feldes selbst: Lärm, körperliche Arbeit, Infektionen, Personalmangel und dessen Folgen für den Dienstplan. Und die Zurückhaltung, die ein akademischer Zugang in einem nicht akademischen Team verlangt: Wer mit dem Studium auftritt statt mit Argumenten, verliert das Team im ersten Monat.
Aussichten
Gut, und breiter als bei der Fachschulausbildung. Die Fachkraftstellen sind dieselben, die Wege darüber hinaus sind kürzer: Fachberatung, Leitung, Qualitätsentwicklung, Lehre an Fachschulen, Master und Promotion. Wer sich die Option offenhalten will, den Kita-Alltag später zu verlassen, hat mit diesem Abschluss die besseren Karten – innerhalb der Gruppe macht er zunächst kaum einen Unterschied.
Aufgaben
- Als Fachkraft eine Gruppe führen und verantworten
- Bildungsprozesse beobachten und fachlich auswerten
- Konzeption und Qualitätsentwicklung im Haus voranbringen
- Eltern beraten und Familienbildung anbieten
- Praktikanten und Auszubildende anleiten
- In Frühförderung und interdisziplinären Teams mitarbeiten
- Fachberatung für Träger und Einrichtungen leisten
- Fort- und Weiterbildung sowie Projekte begleiten
Voraussetzungen
- Bachelorabschluss in Kindheitspädagogik oder einem verwandten Fach
- Staatliche Anerkennung aus Studiengang oder Landesverfahren
- Hochschulzugangsberechtigung für den Studienbeginn
- Erweitertes Führungszeugnis und Masernschutznachweis
- Bereitschaft zur Arbeit im Gruppenalltag trotz Studium
- Belastbarkeit bei Lärm, Infektionen und Personalausfall
Wo man arbeitet
- Kindertagesstätten und Krippen
- Frühförderstellen und interdisziplinäre Frühförderung
- Familienzentren, Familienbildung und Beratungsstellen
- Fachberatung bei Trägern und Wohlfahrtsverbänden
- Fachschulen, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen
Der Weg in den Beruf
Der Weg führt über ein Bachelorstudium der Kindheitspädagogik an einer Hochschule, angeboten in Vollzeit, dual und berufsbegleitend. Die Berufsbezeichnung lautet „Staatlich anerkannte Kindheitspädagogin“ beziehungsweise „Staatlich anerkannter Kindheitspädagoge“; sie geht auf eine Empfehlung der Jugend- und Familienministerkonferenz von 2011 zurück, nachdem die Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung im Kindesalter 2009 einen Qualifikationsrahmen vorgelegt hatte. Die staatliche Anerkennung ist nicht in jedem Bachelor enthalten – sie kommt aus dem Studiengang oder aus einem Verfahren des Landes und sollte vor der Einschreibung geprüft werden.
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